Begriff

Vorsprechrepertoire

Ein Vorsprechrepertoire ist die Auswahl von Rollen, Monologen und gegebenenfalls Liedern, die eine darstellende Person für Vorsprechen erarbeitet hat und auf Anfrage zeigen kann. Die Modulbeschreibungen des Bachelorstudiengangs Schauspiel der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Stand September 2012) nennen als Inhalt das „Vorbereiten und Erarbeiten eines Repertoires von Vorsprech-Rollen“ und als Ziel den Erwerb eines berufsorientierten Vorsprechrepertoires.

Ein solches Repertoire wird auf die eigene Person hin zusammengestellt. Die Hamburger Beschreibung spricht von persönlichkeitsorientierten Vorsprechrollen in unterschiedlichen Theaterästhetiken; ein Musikmodul derselben Hochschule sieht ein Liederprogramm vor, das in Vorsprechen einfließen kann. Auch Bewerbungen für eine Aufnahmeprüfung können eine Übersicht verlangen: Die Otto-Falckenberg-Schule erwartete für 2026/27 einen Rollenzettel, aus dem zwei Rollen für die Bewerbungsvideos gewählt wurden. Nach einem Beitrag der ZAV-Künstlervermittlung geben die Absolvent*innenvorsprechen dem Nachwuchs Gelegenheit, sein Repertoire erneut vorzustellen.

Ein Audition-Monolog ist eine einzelne für das Vorsprechen gewählte Passage; das Repertoire umfasst mehrere solcher Stücke, aus denen je nach Anlass ausgewählt wird. Zusammensetzung und Umfang sind nicht allgemein festgelegt, können aber in Ausbildungsordnungen geregelt sein; die Theaterakademie Köln etwa richtet die Auswahl der Prüfungsmonologe nach ihrer Ordnung von 2020 an Empfehlungen der ZAV aus. Vom Repertoirebetrieb eines Theaters, der die abwechselnd gespielten Inszenierungen eines Hauses betrifft, ist der Begriff ebenso zu unterscheiden wie vom Rollenfach, einer Gruppe ähnlicher Rollen im Theaterbetrieb.

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