Begriff
Die Chekhov-Technik
Die Chekhov-Technik ist ein von Michael Chekhov entwickelter Schauspielansatz, der Vorstellungskraft und körperlichen Ausdruck verbindet. Psychophysisch bedeutet hier, dass innere Vorstellungen, Empfindungen und äußere Bewegungen miteinander wirken. Zu den Begriffen der Technik gehören unter anderem Atmosphäre, Bewegungsqualitäten und die psychologische Geste.
Eine psychologische Geste verdichtet eine innere Absicht oder Haltung der Figur in einer körperlichen Form. Ein fiktives Beispiel ist eine Bewegung des Abwehrens, die den Wunsch einer Figur ausdrückt, etwas von sich fernzuhalten. Die Geste kann der Rollenarbeit dienen, ohne später als große sichtbare Bewegung in jeder Szene aufzutauchen.
Auch die Vorstellung einer Atmosphäre oder eines anderen Körpergefühls kann die Gestaltung einer Figur beeinflussen. Die Technik beschreibt damit ein Wechselspiel von Imagination und Verkörperung; sie ist keine feste Reihenfolge, die nach abgeschlossenen Vorübungen für jede Rolle identisch abläuft.
Chekhovs Arbeit steht historisch in Beziehung zum Stanislawski-System, entwickelte aber eigene Schwerpunkte. Die Bezeichnung meint die Schauspieltechnik Michael Chekhovs und nicht die Dramen seines Onkels Anton Chekhov.

