Begriff
Cameo-Auftritt
Ein Cameo-Auftritt ist der kurze Auftritt einer bekannten Persönlichkeit in einem Film, häufig in der Rolle ihrer selbst. Das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel bestimmt ihn als „Kurz-Auftritt einer bekannten Persönlichkeit oder eines Stars“; der Duden verzeichnet das Wort Cameo als „Kurzauftritt prominenter Zeitgenossen in einem Film“ und gibt eine italienisch-englische Herkunft an. Kurz ist auch von einem Cameo die Rede.
Nach dem Kieler Lexikon wird durch einen solchen Auftritt die filmische Illusion durchbrochen. Als Beispiel nennt es den Regisseur Cecil B. DeMille, der sich in „Sunset Boulevard“ (1950) selbst spielt; die Auftritte Alfred Hitchcocks in seinen eigenen Filmen beschreibt es als bekanntes Suchspiel für das Publikum. Eine Sonderform ist der Voice Cameo, bei dem bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler kleine Sprechrollen in Spiel- oder Animationsfilmen übernehmen.
Die Bezeichnung „Cameo-Rolle“ für eine Nebenrolle, die mit einem besonders bekannten Star besetzt ist, hält dasselbe Lexikon für fehlerhaft. Den Gastauftritt einer prominenten Person in einer Fernsehsendung behandelt es als eigene Erscheinungsform. Eine Gastrolle ist eine Figur, die jemand für begrenzte Zeit übernimmt, etwa in einzelnen Folgen einer Serie; der Cameo-Auftritt lebt dagegen von der Bekanntheit der auftretenden Person. Aus der Bezeichnung folgen weder eine bestimmte Rollengröße noch Vertragsbedingungen.

