Begriff
Playback-Theater
Playback-Theater, englisch Playback Theatre, ist eine Form des Improvisationstheaters, in der Zuschauende persönliche Erlebnisse erzählen und ein Ensemble sie unmittelbar szenisch umsetzt. Entstanden ist es 1975 im Bundesstaat New York; gegründet haben es Jonathan Fox und Jo Salas zusammen mit der ersten Playback-Theatre-Gruppe.
Eine Vorstellung folgt nach einer Beschreibung von Daniel Feldhendler in der Fachzeitschrift „Scenario“ (2007) einem festen Rahmen. Die Darstellenden sitzen dem Publikum gegenüber, auf einer Seite spielt Musik, auf der anderen stehen zwei Stühle: für die Spielleitung, englisch Conductor, und für die erzählende Person, englisch Teller. Die Spielleitung strukturiert die Erzählung mit Fragen und gibt sie dann an Ensemble und Musik weiter. Diese spielen die Geschichte verdichtet nach, mit Bewegung, Sprache, Stofftüchern und Klängen. Anschließend bestätigt die erzählende Person, dass es ihre Geschichte war, und äußert sich zur Umsetzung. Zu Beginn greifen kürzere Formen, etwa bewegte Skulpturen, Stimmungen aus dem Publikum auf.
Eingesetzt wird Playback-Theater nach derselben Darstellung auf der Bühne ebenso wie in Bildung, Theaterausbildung, Supervision, Coaching und therapeutischen Zusammenhängen. Vom Forumtheater des Theaters der Unterdrückten unterscheidet es sich durch die Rolle des Publikums: Dort greifen Zuschauende selbst in eine vorbereitete Konfliktszene ein; hier erzählen sie, und das Ensemble spielt. Anders als bei vielen Formen des Improvisationstheaters ist der Ausgangspunkt kein Stichwort wie ein Ort oder ein Thema, sondern ein Erlebnis der erzählenden Person.

