Begriff
Drehfassung
Eine Drehfassung ist die Fassung eines Drehbuchs, die den Dreharbeiten zugrunde liegt. Im Englischen heißt sie Shooting Script. Das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel beschreibt sie als endgültiges Skript, das in einzelne Einstellungen aufgelöst ist und Notizen zu Kamerabewegungen und weiteren technischen Einzelheiten enthält.
Vorläufige Fassungen, im Englischen meist Screenplays genannt, sind nach demselben Lexikon noch nicht in Einstellungen aufgelöst und enthalten solche Angaben in der Regel nicht. Ein Glossar der Deutschen Filmakademie unterscheidet ähnlich zwischen dem Spec Script, einem Entwurf, der die Geschichte vor allem über Handlung und Dialog erzählt, und dem Shooting Script als vollständigem Produktionsplan mit Kameraeinstellungen und Schnitten. Bis ein Drehbuch diesen Stand erreicht, können nach dem Kieler Lexikon Monate der Überarbeitung und Beratung vergehen, oft unter Beteiligung mehrerer Autorinnen und Autoren. Wird nicht in der Reihenfolge der Handlung, sondern nach Drehplan gedreht, nennt das Lexikon die entsprechend geordnete Fassung Breakdown Script.
Die Drehfassung ist ein Ergebnis der Drehbuchentwicklung, nicht der Entwicklungsprozess selbst. Sie ist auch von weiteren Produktionsunterlagen zu unterscheiden: Der Drehplan ordnet, wann und wo Szenen gedreht werden, ein Storyboard zeichnet die vorgesehenen Bilder, und Sides sind Auszüge für ein Vorsprechen oder die Arbeit an einzelnen Szenen. Mit der Strichfassung im Theater teilt sie, dass eine Textgrundlage für eine bestimmte Umsetzung eingerichtet wird; die Strichfassung kürzt jedoch einen vorhandenen Stücktext für eine Inszenierung.

