Begriff
Zentrierung
Zentrierung bezeichnet in der Schauspielausbildung den Aufbau eines körperlichen Schwerpunkts, auf den Bewegung, Stimme und Sprechen bezogen werden. Das Glossar des Münchner Schauspielstudiengangs beschreibt die körperliche Zentrierung in der Fassung von 2015 so: „Auf der Gravitationslinie eine Zentrierung bzw. einen körperlichen Schwerpunkt aufbauen, der zum Ausdruck (Äußerung) befähigt.“ Allgemeinsprachlich bedeutet zentrieren nach dem Duden, etwas um einen Mittelpunkt herum anzuordnen oder auf ihn auszurichten.
Der Begriff erscheint im Sprech- wie im Bewegungsunterricht. Die Hamburger Hochschule für Musik und Theater führt Zentrierung in ihren Modulbeschreibungen (Stand September 2012) im Fach Sprechen neben Atem-, Stimm- und Artikulationsschulung, Impulsfähigkeit und Ausdrucksschulung. Für den Unterricht Körper/Stimme nennt sie die „Körpermitte als Ursprung der stimmlich-sprachlichen Äußerung“ und das Herstellen einer flexiblen Spannungsbalance während des kommunikativen Vorgangs. Im Bewegungsunterricht derselben Hochschule soll die Körpermitte als Ursprung und Auslöser der Bewegung begriffen werden. Das Münchner Modulhandbuch führt Zentrierung außerdem in der Kampfkunst, zusammen mit Fall- und Wurftechniken.
Zentrierung benennt eine körperliche Ausgangslage, keine eigene Methode. Die Sprechatmung betrifft den Atemablauf beim Sprechen, die Atemstütze die Dosierung der Ausatmung für die Stimmgebung. Zentrierung meint dagegen die Ausrichtung auf die Körpermitte, aus der nach der Hamburger Beschreibung die stimmlich-sprachliche Äußerung hervorgeht. Die Alexander-Technik ist eine eigenständige Lernmethode mit eigenen Begriffen wie der Primärsteuerung, dem Verhältnis von Kopf, Hals und Rumpf. Aus dem Begriff Zentrierung folgt weder eine bestimmte Übung noch eine bestimmte Körperhaltung.

