Begriff

Bühnenakrobatik

Bühnenakrobatik meint akrobatische Bewegungen, die Darstellende im Theater oder vor der Kamera als Teil ihres Spiels ausführen, etwa Rollen, Räder, Handstände, Saltos oder Pyramiden aus mehreren Personen. Akrobatik bezeichnet nach dem Duden große Körperbeherrschung und Gewandtheit sowie die Gesamtheit der Übungen eines Akrobaten. In Schauspielstudiengängen heißt das entsprechende Fach meist einfach Akrobatik.

Die Ausbildungsinhalte sind in Modulbeschreibungen staatlicher Hochschulen dokumentiert. Der Münchner Bachelorstudiengang Schauspiel unterscheidet statische Akrobatik wie Pyramiden von dynamischer Akrobatik wie Rad und Salto; dazu kommen Fallen und Stürzen und später die Verbindung akrobatischer Elemente mit dem Bühnenkampf (Modulhandbuch, Stand 2015). Die Hochschule für Musik und Theater Rostock nennt Boden-, Partner- und Gruppenakrobatik. Ziel ist dort, einfache und anspruchsvollere akrobatische Elemente selbstständig in die schauspielerische Arbeit einzubringen. An der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ bilden Bewegung, Akrobatik und Tanz ein gemeinsames Fach.

Physical Theatre nennt Akrobatik als eines von mehreren möglichen Mitteln körperlichen Erzählens; der Begriff bezeichnet dort eine Theaterform, nicht eine Fertigkeit. Ein Stunt ist eine gefährliche oder akrobatische Aktion, die Stuntleute anstelle der Darstellenden ausführen können; ihre Planung liegt bei der Stuntkoordination. Der Bühnenkampf, die einstudierte Darstellung körperlicher Auseinandersetzungen, ist ein eigenes Fach, wird in der Ausbildung aber mit akrobatischen Elementen verbunden.

Wissen entdecken

Weitere Begriffe alphabetisch auswählen oder in der Übersicht suchen.