Begriff
Stimmfarbe (Timbre)
Die Stimmfarbe, auch Timbre oder Klangfarbe der Stimme genannt, ist die charakteristische klangliche Eigenart einer Stimme. Der Duden beschreibt Timbre als „charakteristische Klangfarbe eines Instruments, einer Stimme, besonders einer Gesangsstimme“; das Wort stammt aus dem Französischen. An der Stimmfarbe lassen sich Stimmen auch dann unterscheiden, wenn sie gleich hoch und gleich laut klingen.
In der Akustik gilt die Klangfarbe als Hörmerkmal, das nach einer häufig zitierten, in der Forschung aber auch kritisierten Normdefinition zwei Klänge gleicher Lautheit und Tonhöhe voneinander unterscheidbar macht. Sie hängt vor allem von der Zusammensetzung des Klangspektrums aus Grundton und Obertönen ab, außerdem von seinem zeitlichen Verlauf. Bei der Stimme wirken dafür die Stimmgebung im Kehlkopf und die Formung des Klangs im Sprechtrakt zusammen. Die Resonanz bezeichnet diese Filterwirkung, die Stimmfarbe den hörbaren Gesamteindruck.
Die Stimmfarbe ist von Tonhöhe, Lautstärke und Sprechtempo zu unterscheiden; Betonung und Sprechmelodie gehören zur Prosodie. Sie ist teils durch den Körper geprägt, doch verändert sich das Klangspektrum auch mit Lautstärke und Art der Stimmgebung. Dieselbe Stimme kann deshalb je nach Situation unterschiedlich gefärbt klingen; für solche Veränderungen wird auch das Wort Stimmfärbung gebraucht. Beschreibungen wie warm, hell oder rau geben Höreindrücke wieder und sind keine Messwerte.

