Begriff
Timecode
Timecode ist eine Zeitadresse, mit der die einzelnen Bilder von Film- und Videoaufnahmen und der zugehörige Ton gekennzeichnet werden. Gezählt wird in Stunden, Minuten, Sekunden und Einzelbildern, den Frames. Die Angabe 01:02:03:12 bezeichnet demnach das Bild mit der Nummer 12 innerhalb der Sekunde 01:02:03. Wie viele Bilder eine Sekunde umfasst, hängt von der Bildrate ab. Das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel nennt als Zählbereich 00:00:00:00 bis 23:59:59:24; danach beginnt die Zählung wieder bei null.
Grundlage ist die Norm SMPTE ST 12 der Society of Motion Picture and Television Engineers. Sie versieht Bilder und Ton mit fortlaufenden Zahlencodes und deckt Bildraten von 23,98 bis 60 Bildern pro Sekunde ab. Für die im amerikanischen Fernsehen übliche Bildrate von knapp 30 Bildern pro Sekunde gibt es eine Drop-Frame-Zählung: Zu Beginn jeder Minute außer jeder zehnten werden die Bildnummern 00 und 01 übersprungen, damit die Anzeige mit der vergangenen Zeit übereinstimmt. Dabei entfallen nur Nummern, keine Bilder.
Beim Dreh werden Bild und Ton häufig getrennt aufgezeichnet; der gemeinsame Timecode erleichtert ihre Zuordnung und das Auffinden bestimmter Stellen. Das Kieler Lexikon nennt ihn außerdem als Grundlage exakter Schnittlisten. Die Filmklappe liefert zusätzlich einen sichtbaren und hörbaren Synchronpunkt. Szenen- und Take-Nummern benennen dagegen einen Aufnahmedurchgang im Produktionsablauf, der Timecode eine Position im Material. Er muss nicht der Uhrzeit am Drehort entsprechen; Kameras erlauben etwa unterschiedliche Startwerte und Zählweisen.

