Begriff
Premiere
Eine Premiere ist die erste öffentliche Aufführung eines Bühnenstücks, eines Films oder einer Komposition. Der Duden schließt ausdrücklich die erste Aufführung einer Neuinszenierung ein. Im Theater bezieht sich die Premiere daher auf eine konkrete Inszenierung: Ein oft gespieltes Stück kann an vielen Häusern jeweils eine eigene Premiere haben. Das Wort kommt von französisch première (représentation), zu premier „Erster“.
Die Uraufführung meint dagegen die erstmalige Aufführung eines Werks überhaupt. Die Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins zählt nach den Erläuterungen des Deutschen Musikinformationszentrums bei einem in derselben Spielzeit mehrfach inszenierten neuen Werk nur die Inszenierung als Uraufführung, mit der das Werk seine Premiere hatte. Im Film beschreibt das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel die Premiere als erste öffentliche Aufführung, oft in einem besonderen Kino oder auf einem Festival und in Anwesenheit von Beteiligten. Festivals kündigen Filme etwa als Weltpremiere an; so eröffnete die Berlinale 2022 mit der Weltpremiere von François Ozons „Peter von Kant“.
Generalprobe und Hauptproben gehen der Premiere voraus und gehören zum Probenprozess. Eine Voraufführung zeigt die Produktion schon vor der Premiere einem Publikum. Danach läuft die Inszenierung in weiteren Vorstellungen, im Repertoirebetrieb mitunter über mehrere Spielzeiten. Kehrt sie nach einer Unterbrechung auf den Spielplan zurück, handelt es sich um eine Wiederaufnahme. Im Fernsehen ist für die erste Sendung der Ausdruck Erstausstrahlung gebräuchlich.

