Begriff
Casting Director
Ein Casting Director, auch Caster oder Casterin genannt, erarbeitet für ein Projekt Vorschläge, wer welche Rolle spielen könnte, und betreut das Auswahlverfahren. Nach dem Berufsbild des Bundesverbands Casting (BVC) in der Fassung vom 4. Dezember 2025 geht es vor allem um fiktionale Formate in Kino, Fernsehen und Streaming, gelegentlich um Werbung und seltener um Theater. Eine eigene deutsche Berufsbezeichnung hat sich nach einer Darstellung der Deutschen Filmakademie für die Bundeszentrale für politische Bildung nicht durchgesetzt.
Der BVC beschreibt den Ablauf so: Der Casting Director erhält das Drehbuch meist in einer frühen Fassung, entwickelt Vorstellungen zu den Rollen und ein Konzept für das gesamte Ensemble und bespricht es mit Regie und Produktion. Daraus entsteht eine Auswahl möglicher Darstellender, vorgestellt mit möglichst aktuellem Material wie Showreel, Fotos und Vita. Sie wird laufend überarbeitet und durch Self-Tapes, virtuelle Vorsprechen oder Termine vor Ort ergänzt. Dazu kommen Recherche auf Festivals, in Theatern und an Schauspielschulen sowie organisatorische Fragen wie Verfügbarkeiten oder für die Rolle wichtige Sprach- und Dialektkenntnisse, die in enger Abstimmung mit Agenturen geklärt werden. Der BVC ordnet die Funktion als Leitung einer eigenen Abteilung im Filmteam ein, die im Vor- oder Abspann genannt wird.
Über die Besetzung entscheiden nach der Darstellung der Filmakademie letztlich Regie und Produktion; der Casting Director wählt im Dialog mit ihnen aus. Eine Schauspielagentur vertritt dagegen die Interessen ihrer Klientinnen und Klienten. Casting Directors haben nach derselben Darstellung keine Verträge mit den Darstellenden und sind nicht an deren Gagen beteiligt.

