Begriff

Standardaussprache

Standardaussprache bezeichnet die überregional anerkannte Aussprache einer Standardsprache. Im Deutschen wird sie besonders in formellen Sprechsituationen erwartet, etwa bei Nachrichten und Moderationen im Rundfunk oder beim Sprechen auf der Bühne. Ähnliche Bezeichnungen sind Hochlautung und, aus der Theatertradition, Bühnenaussprache. Die Lehre von der richtigen Aussprache heißt Orthoepie.

Als frühe Norm gilt Theodor Siebs’ „Deutsche Bühnenaussprache“, die 1898 erschien. Sie orientierte sich am Sprechen auf der Bühne und folgte in manchen Regeln norddeutschen Gewohnheiten; spätere Auflagen trugen andere Titel. Heutige Aussprachewörterbücher wie das Deutsche Aussprachewörterbuch von 2009 und das Aussprachewörterbuch des Duden beziehen den tatsächlichen Gebrauch stärker ein. Die Duden-Ausgabe von 2023 dokumentiert ausdrücklich Varianten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz jeweils standardsprachlich üblich sind. Ihre Einträge notieren die Aussprache in der Lautschrift IPA.

An Schauspielhochschulen ist der sichere Gebrauch der Standardaussprache ein Ausbildungsziel, etwa in der Sprecherziehung. Sie ist von Dialekten zu unterscheiden, die eigenen Wortschatz und Satzbau besitzen können, und von Akzenten als Merkmalen der Aussprache. Eine regionale Färbung ist deshalb nicht automatisch ein Fehler. In der Schauspielausbildung der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst etwa sollen Studierende ihre Dialektkenntnisse ausdrücklich behalten und die Bühnenaussprache zusätzlich beherrschen.

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