Begriff
Bühnenkampf
Bühnenkampf bezeichnet die einstudierte Darstellung körperlicher Auseinandersetzungen in Theater, Film und Fernsehen. Dargestellt werden etwa Schlägereien, Ohrfeigen, Rangeleien oder Kämpfe mit Waffen. Ziel ist der Eindruck von Gewalt im Rahmen einer Szene, nicht ein wirklicher Kampf zwischen den Beteiligten.
Die DGUV Information 215-315 „Besondere szenische Darstellungen“ (Ausgabe Februar 2015) beschreibt solche gespielten szenischen Tätlichkeiten als choreografierte Auseinandersetzungen zwischen mindestens zwei Darstellenden. Ihr Ablauf richtet sich nach den dramaturgischen Anforderungen des Dreh- oder Regiebuches oder nach Zeit, Epoche und Stil des Werks. Vom Sport unterscheiden sie sich nach dieser Branchenschrift durch die genaue Verabredung der Abläufe und das Fehlen jedes Wettkampfcharakters. Betreut werden sollen sie nach der Schrift von Fachleuten für Kampfchoreografie; im englischsprachigen Theater heißt diese Funktion Fight Director.
Bühnenkampf ist damit eine Form der Choreografie. Wie heftig eine Auseinandersetzung wirkt, entsteht aus dem Zusammenspiel von Aktion, Reaktion, Rhythmus und Blickwinkel von Publikum oder Kamera; ein harter Eindruck lässt nicht auf tatsächlichen Kontakt schließen. In der Ausbildung wird der Bühnenkampf mit der Bühnenakrobatik verbunden, bleibt aber ein eigenes Fach. Ein Stunt ist eine gefährliche oder akrobatische Aktion, die auch Stuntleute anstelle der Darstellenden ausführen können; geplant wird sie von der Stuntkoordination, die nach derselben Schrift auch gespielte Kampfszenen betreuen kann. Weder spontanes Raufen noch eine wettkampfmäßig ausgeführte Kampfsporttechnik ist Bühnenkampf.

