Begriff
Innerer Monolog
Der innere Monolog ist eine Form der Figurenrede, die unausgesprochene Gedanken einer Figur unmittelbar wiedergibt, als spräche sie still mit sich selbst. Der Begriff wird in zwei Zusammenhängen verwendet: in Literatur und Film als Erzähltechnik, in der Rollenarbeit für den Gedankenvorgang einer Figur während des Spiels.
Als Erzählform gibt der innere Monolog Wahrnehmungen, Erinnerungen und Überlegungen in der Ich-Form wieder, ohne dass eine Erzählinstanz sie vermittelt. Eine freiere, stärker bruchstückhafte Form heißt Bewusstseinsstrom. Arthur Schnitzlers Novelle „Lieutenant Gustl“, erstmals 1900 erschienen, gilt als einer der ersten deutschsprachigen Prosatexte, die vollständig so erzählt sind. Im Film ist der innere Monolog selten und wird meist als Stimme aus dem Off umgesetzt; im Theater kann er gelegentlich die Form des Beiseitesprechens annehmen.
In der Schauspielarbeit meint der Begriff die Gedanken, die eine Figur beim Sprechen, beim Zuhören und in Pausen begleiten. Dieser innere Monolog bleibt unhörbar und kann sich über Blick, Verhalten und Reaktionen mitteilen. Manche Darstellende formulieren ihn in der Vorbereitung aus, um Beweggründe und Übergänge zwischen den Repliken nachzuvollziehen; eine bestimmte Methode legt die Bezeichnung nicht fest.
Der Subtext bezeichnet dagegen die unausgesprochene Bedeutung einer tatsächlich gesprochenen Äußerung. Ein innerer Monolog kann diese Bedeutungsebene tragen, umfasst aber auch Gedanken, auf die keine Replik folgt. Ein Monolog auf der Bühne ist hörbarer Text der Figur; auch ein Voice-over ist für das Publikum zu hören.

