Begriff
Dramatisierung
Eine Dramatisierung ist die Umarbeitung eines Stoffes zu einem Drama, meist eines erzählenden Textes wie eines Romans oder einer Erzählung. Der Duden erklärt „dramatisieren“ in diesem Sinn als „zu einem Drama verarbeiten, umarbeiten“ und nennt als Beispiel, einen Roman zu dramatisieren. Das Ergebnis ist eine Bühnenfassung, die Figuren, Dialoge und szenische Vorgänge für die Aufführung anordnet.
Die Bearbeitung wählt aus, kürzt, stellt um und verbindet Vorgänge neu. Erzählte Passagen können als Wechselrede gestaltet, einer Erzählfigur übertragen oder in sichtbares Spiel übersetzt werden. In der deutschsprachigen Forschung werden Dramatisierung und Adaption für den Weg vom Roman zur Bühne weitgehend gleichbedeutend gebraucht. Ein Beispiel ist die Bühnenfassung von Thomas Manns Roman „Buddenbrooks“, die John von Düffel für das Thalia Theater Hamburg schrieb; Regie führte 2005 Stephan Kimmig. Nach der Münchner theaterwissenschaftlichen Dissertation von Qian Li (2018) wurde diese Fassung später auch an anderen Häusern unter anderer Regie gespielt.
Die Dramatisierung betrifft den dramatischen Text, die Inszenierung seine Umsetzung auf der Bühne: Dieselbe Fassung kann sehr verschieden inszeniert werden. Eine Strichfassung kürzt dagegen einen bereits vorhandenen Stücktext, statt einen erzählenden Stoff umzuarbeiten. Ein fertiges Drama aufzuführen, ist deshalb noch keine Dramatisierung. Vom Fachbegriff zu unterscheiden ist außerdem der alltägliche Gebrauch von „dramatisieren“ im Sinn von etwas schlimmer oder bedeutungsvoller darstellen, als es ist.

