Begriff
Inszenierung
Inszenierung bezeichnet die künstlerische und technische Gestaltung, mit der ein Werk oder Stoff für eine Darstellung vor Publikum in Szene gesetzt wird. Das Wort meint sowohl den Vorgang des Inszenierens als auch dessen Ergebnis: die von einer bestimmten Regie erarbeitete Fassung eines Theaterstücks, einer Oper oder eines Films. Gebildet ist es aus „in“ und „Szene“.
Zur Inszenierung gehören Entscheidungen über Spielweise, Raum, Bewegungen, Ausstattung, Licht, Ton und Textfassung. Sie entsteht im Probenprozess unter der Leitung der Regie und im Zusammenwirken mit Ensemble, Dramaturgie und den beteiligten Gewerken. Dasselbe Stück kann deshalb in verschiedenen Inszenierungen sehr unterschiedlich erscheinen. Eine Neuinszenierung erarbeitet eine eigene Fassung; eine Wiederaufnahme bringt eine vorhandene Inszenierung zurück auf den Spielplan.
Die Aufführung ist dagegen das einzelne Ereignis vor Publikum. Eine Inszenierung kann in vielen Aufführungen gezeigt werden, die sich im Detail unterscheiden. Regietheater ist kein Synonym: Der Ausdruck stammt aus der Theaterkritik und wird für Inszenierungen verwendet, in denen die deutende Handschrift der Regie besonders hervortritt. Er war zunächst abwertend gemeint und wird bis heute unterschiedlich bewertet. Mise-en-scène bezeichnet in der Filmanalyse das Zusammenspiel der sichtbaren Gestaltung im Bild.
Im übertragenen Sinn bedeutet „inszenieren“ auch, etwas gezielt herbeizuführen oder wirkungsvoll darzustellen, etwa bei einer Selbstinszenierung. Dieser oft abwertende Gebrauch ist vom Fachbegriff der darstellenden Künste zu unterscheiden.

