Begriff

Improvisationstheater

Improvisationstheater, auch Improtheater genannt, ist Theater, bei dem Szenen und Dialoge während des Spiels entstehen. Die Darstellenden entwickeln Figuren, Beziehungen und Handlungen aus dem gemeinsamen Spiel heraus. Regeln, ein Format oder ein Ausgangsthema können dabei vorgegeben sein, ohne dass der weitere Verlauf vollständig festgeschrieben ist.

Bei manchen Formaten geben Zuschauende einen Impuls, etwa den Ort „Bahnhof“. Daraus kann eine Szene über einen verpassten Zug entstehen; wie sie weitergeht, entwickelt das Ensemble im Spiel. Publikumsimpulse sind jedoch keine Voraussetzung jeder Improvisation. Kurzformen bestehen häufig aus einzelnen begrenzten Szenen oder Spielen, Langformen verbinden mehrere Szenen zu einem größeren Zusammenhang.

Zu den prägenden Ansätzen des modernen Improvisationstheaters gehören Viola Spolins Theater Games und Keith Johnstones Theatersport. Die Langform Harold wurde unter anderem im Umfeld des Chicagoer iO-Theaters mit Del Close und Charna Halpern weiterentwickelt. Diese Beispiele stehen für unterschiedliche Traditionslinien; Harold wird damit nicht als erste Langform oder als Erfindung einer einzigen Person erklärt.

Improvisation als Mittel einer Probe ist vom Improvisationstheater als Aufführungsform zu unterscheiden. In einer Probe können spontane Szenen entstehen, die später ausgewählt und festgelegt werden. Im Improtheater bleibt dagegen das gemeinsame Entwickeln während der Aufführung ein wesentliches Merkmal.

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