Begriff

Bauprobe

Eine Bauprobe ist im Theater ein Termin, bei dem ein Bühnenbildentwurf vor seiner endgültigen Herstellung im Originalmaßstab auf der Bühne markiert wird. Grundlage ist gewöhnlich das zuvor vorgestellte Bühnenbildmodell. Mit einfachen Mitteln und vorhandenen Standardteilen werden etwa Wände, Öffnungen, Höhen und Spielflächen sichtbar gemacht.

So lassen sich Proportionen, Sichtlinien aus dem Zuschauerraum und die Wirkung des Entwurfs im tatsächlichen Raum beurteilen. Auch die technische Umsetzbarkeit sowie Fragen zu Material, Licht oder Projektion können besprochen werden. Neben Bühnenbild und Regie nehmen häufig weitere künstlerische Bereiche und Vertretungen der Technik teil, etwa technische Leitung, Werkstätten und Inspizienz. Die Ergebnisse fließen in die weitere Planung ein, bevor das Bühnenbild in den Werkstätten gebaut wird.

Anders als das Wort nahelegen kann, wird bei einer Bauprobe nicht das Spiel der Darstellenden erprobt, sondern der Raum. Leseprobe, Durchlaufprobe oder Generalprobe betreffen dagegen die Erarbeitung und Aufführung einer Inszenierung. Das Bühnenbild bezeichnet die räumliche Gestaltung selbst; die Bauprobe ist ein Arbeitsschritt auf dem Weg zu ihrer Umsetzung. In einem fiktiven Beispiel zeigt eine mit Latten angedeutete Treppe bei der Bauprobe, dass eine Figur auf dem oberen Absatz von den seitlichen Plätzen aus nicht mehr zu sehen wäre.

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