Begriff

Rohschnitt

Der Rohschnitt ist die erste Montage des gedrehten Materials eines Films. Nach dem Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel werden darin Auswahl und Abfolge der Einstellungen festgelegt und die Grundstruktur des Films entworfen; in ihm findet die Hauptarbeit der Montage statt. Englische Bezeichnungen sind unter anderem Rough Cut und Assembly. Auf den Rohschnitt folgt der Feinschnitt, englisch Fine Cut.

Im Feinschnitt werden nach demselben Lexikon die Übergänge zwischen den Einstellungen in Bild und Ton präzisiert sowie Rhythmus und Timing herausgearbeitet; er findet meist in Zusammenarbeit mit der Regie statt. Den Rohschnitt übernimmt häufig die für den Schnitt verantwortliche Person, im Lexikon Cutter oder Schnittmeister genannt; manche Regisseure arbeiten selbst daran mit. Beide Stufen durchdringen sich und lassen sich nach dem Kieler Lexikon nicht streng voneinander trennen.

Weil im Rohschnitt aus verschiedenen Takes und Einstellungen ausgewählt wird, ist eine gedrehte Szene noch keine Gewähr für ihre Verwendung im fertigen Film. Schnitttechnik bezeichnet dagegen die Verfahren und Übergänge, mit denen Material verbunden wird, die Postproduktion die gesamte Phase nach dem Dreh einschließlich Farbkorrektur und Tongestaltung. Der Rohschnitt ist eine Arbeitsstufe innerhalb dieser Phase, ein Director’s Cut eine bestimmte Fassung des Films.

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