Begriff
Virtuelle Produktion (LED-Wand)
Virtuelle Produktion mit LED-Wand bezeichnet ein Drehverfahren, bei dem Darstellende, Kulissen und Requisiten vor großen LED-Bildschirmen gefilmt werden, auf denen eine digitale Umgebung läuft. Die Kamera nimmt diese Umgebung zusammen mit dem realen Vordergrund auf. Gebräuchlich sind auch die englischen Ausdrücke Virtual Production, LED-Volume für die aus Bildschirmmodulen zusammengesetzte Aufnahmefläche und In-Camera-VFX für Effekte, die bereits in der Aufnahme entstehen.
Damit die Umgebung zur Kamera passt, wird deren Position laufend erfasst; eine Software berechnet das Bild auf der Wand in Echtzeit nach Perspektive und Parallaxe der Kamera. Ein Beispiel ist die Serie „The Mandalorian“, die im November 2019 bei Disney+ startete. Industrial Light & Magic setzte dafür nach eigenen Angaben eine LED-Bühne namens StageCraft ein, deren digitale Umgebungen in der ersten Staffel mit der Unreal Engine in Echtzeit dargestellt wurden. Daneben entstanden nach denselben Angaben mehr als 4.000 herkömmliche Effektaufnahmen in der Postproduktion.
Für das Spiel bedeutet das Verfahren, dass die Umgebung am Set sichtbar ist. Nach einer Fachdarstellung von fxguide wirft die Wand außerdem Licht und Reflexionen auf Darstellende, Kostüme und Requisiten. Bei Aufnahmen vor einem Greenscreen wird der Hintergrund dagegen erst nachträglich eingesetzt. Grenzen zeigen sich etwa bei geringer Schärfentiefe oder bei Moiré-Mustern, die eine Nachbearbeitung erfordern können. Die digitalen Umgebungen werden vor den Aufnahmen gestaltet; die Arbeit an visuellen Effekten verlagert sich dadurch teilweise nach vorn, die Postproduktion entfällt jedoch nicht.

