Begriff

Synchronregie

Synchronregie bezeichnet die künstlerische Leitung der Sprachaufnahmen bei einer Synchronisation. Die verantwortliche Person, Synchronregisseurin oder Synchronregisseur, leitet die Synchronsprecherinnen und Synchronsprecher im Studio an. Gebräuchlich ist auch die Bezeichnung Dialogregie.

Nach einer Bachelorarbeit der Hochschule der Medien Stuttgart von 2018 macht sich die Regie vorab mit dem Inhalt, den Zusammenhängen der Dialoge und den Absichten der Figuren vertraut. Zu Beginn der Aufnahmen führt sie die Sprechenden in Rolle und Situation ein und gibt während der Aufnahmen konkrete Hinweise, damit Situation und Emotion verständlich werden. Weil heute meist jede Stimme einzeln aufgenommen wird, achtet sie zudem darauf, dass die Anschlüsse zwischen den Gesprächspartnern stimmen. Ob ein Take in Haltung, Emotion, Lautstärke und Synchronität passt, beurteilen Regie, Tonmeister und Cutter gemeinsam. Gibt eine Redaktion Vorgaben etwa zur Aussprache, sorgt die Regie für deren Einhaltung.

Der Kodex des Synchronverbands – Die Gilde verlangt, dass Synchronregisseurinnen und Synchronregisseure die Dramaturgie des Originalwerks erhalten, und empfiehlt eine Buchbesprechung vor Beginn der Aufnahmen. Synchronregie und Dialogbuch arbeiten damit eng zusammen, sind aber verschiedene Aufgaben: Das Dialogbuch legt den Text fest, die Regie leitet seine schauspielerische Umsetzung. Die Rollen besetzt nach derselben Bachelorarbeit meist die Aufnahmeleitung des Studios; die Regie kann darauf Einfluss nehmen. Von der Regie bei Dreharbeiten unterscheidet sich die Synchronregie, weil Bild und Spiel der Originalfassung bereits vorliegen.

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