Begriff
Metrum (Versmaß)
Das Metrum, auch Versmaß genannt, ist das abstrakte Ordnungsprinzip eines gebundenen Verses. Es beschreibt ein wiederkehrendes Muster, nach dem seine sprachlichen Einheiten angeordnet sind. In deutschsprachigen Versen geht es vor allem um stärkere und schwächere Silbenpositionen, sogenannte Hebungen und Senkungen.
Ein Jambus verbindet eine schwächere mit einer stärkeren Position; beim Trochäus ist diese Reihenfolge umgekehrt. Mehrere solcher Einheiten und ihre Anzahl prägen ein Versmaß. Das Muster ist eine Beschreibung des Textaufbaus. Es gibt nicht für jede Stelle eine unveränderliche Vorgabe, wie kräftig ein Wort tatsächlich gesprochen werden muss.
Metrum und Rhythmus sind deshalb auseinanderzuhalten: Das Metrum bezeichnet die Ordnung, der konkrete Rhythmus ihre sprachliche Ausgestaltung mit Gewichtungen und Pausen. Diese hörbaren Merkmale stehen im Zusammenhang mit der Prosodie. Auch ungereimte Verse können metrisch gebunden sein, etwa der Blankvers. Freie Verse besitzen dagegen kein durchgehend festes metrisches Schema; aus einem lebendigen Sprechrhythmus allein folgt noch kein bestimmtes Versmaß.

