Begriff
Stanislawski-Methode
Die Stanislawski-Methode, häufig Stanislawski-System genannt, bezeichnet die von Konstantin Stanislawski entwickelte Schauspielarbeit an Darstellenden und Rollen. Sie verbindet Vorstellungskraft, Aufmerksamkeit, körperliches und sprachliches Handeln mit den Umständen einer Szene. Das System wurde im Verlauf seiner Arbeit weiterentwickelt und ist nicht auf ein einziges Verfahren beschränkt.
Gegebene Umstände sind die Bedingungen, unter denen eine Figur handelt: etwa Ort, Zeit, vorherige Ereignisse und Beziehungen. Ziele benennen, was die Figur erreichen möchte; Handlungen beschreiben ihre konkreten Versuche. Ein fiktives Beispiel ist eine Figur, die einen Schlüssel erhalten möchte und ihr Gegenüber dafür überzeugt, bittet oder unter Druck setzt.
Emotionales Gedächtnis ist ein Teil der historischen Arbeit Stanislawskis. Es ist weder mit einer vollständigen Figurenbiografie noch mit einer Psychoanalyse der Rolle gleichzusetzen. Besonders in seiner späteren Arbeit gewann die Methode der physischen Handlungen Bedeutung: Körperliches Tun, Umstände und inneres Erleben werden in Beziehung gesetzt.
Das System beeinflusste zahlreiche Schauspielansätze, darunter das amerikanische Method Acting. Diese Weiterentwicklungen setzten eigene Schwerpunkte und sind nicht mit dem gesamten Stanislawski-System identisch.

