Begriff

Melodram (Theater)

Das Melodram ist eine populäre Theatergattung, die im späten 18. Jahrhundert in Frankreich entstand und die Bühnen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts prägte. Es verbindet eine spannungsreiche, gefühlsbetonte Handlung mit Musik und stellt gute und böse Figuren einander deutlich gegenüber.

Als wichtigster Autor gilt René-Charles Guilbert de Pixerécourt, dessen Stück „Coelina“ (1800) großen Erfolg hatte. Das Theaterwörterbuch des französischen Zentrums Artcena beschreibt wiederkehrende Figurentypen: einen heuchlerischen Verräter, eine unschuldig verfolgte junge Frau, einen Helden, der den Verräter entlarvt, einen ruinierten Vater und einen ungeschickten, komischen Verbündeten. Am Ende werden die Verfolgten rehabilitiert; die Gattung verstand sich als moralisch belehrend.

Im Deutschen hat das Wort weitere Bedeutungen. In der Musik bezeichnet Melodram das Zusammenwirken von gesprochenem Text und Instrumentalbegleitung, etwa in Jean-Jacques Rousseaus „Pygmalion“ oder Georg Bendas „Ariadne auf Naxos“. Das Filmgenre Melodram stammt nach dem Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel ursprünglich aus Literatur, Theater und Oper; im Film stehen meist emotionale Konflikte in Familie und Liebe im Zentrum.

Von der Tragödie unterscheidet sich das Bühnenmelodram durch seinen Ausgang: Die Tragödie führt zu schwerwiegendem Scheitern, das Melodram meist zur Belohnung der Tugendhaften. Das Adjektiv melodramatisch bedeutet nach dem Duden theatralisch oder übertrieben pathetisch und bezeichnet keine Gattung.

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