Begriff

Botenbericht

Ein Botenbericht vermittelt im Drama ein bereits geschehenes Ereignis, das nicht als unmittelbare Bühnenhandlung gezeigt wurde. Eine Figur berichtet den anderen davon. Das Ereignis wird dadurch für das Publikum und für den weiteren Verlauf der Handlung verständlich.

In einem fiktiven Beispiel kehrt eine Figur aus der Stadt zurück und berichtet, dass die Brücke am Morgen eingestürzt ist. Die Figuren auf der Bühne müssen nun entscheiden, ob ihre geplante Reise noch möglich ist. Gezeigt wird das Überbringen und Aufnehmen der Nachricht, nicht der Einsturz selbst. Ein solcher Bericht ist Figurenrede, keine Regieanweisung.

Die Botenfunktion muss nicht einer ausschließlich dafür auftretenden Figur gehören. Auch eine bereits beteiligte Person kann das Geschehen mitteilen. Entscheidend sind das vergangene Ereignis und sein Zusammenhang mit der Handlung. Die Teichoskopie, auch Mauerschau genannt, vermittelt dagegen einen Vorgang, der während der Schilderung stattfindet und vom Publikum nicht direkt gesehen wird.

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