Begriff
Kabarett
Kabarett bezeichnet eine Form der Kleinkunst, die politische Zustände, gesellschaftliche Entwicklungen oder aktuelle Ereignisse satirisch und witzig kritisiert. Der Duden nennt Sketche und Chansons als typische Darbietungen. Das Lexikon von wissen.de beschreibt Kabarett als Gattung der darstellenden Kunst, die Mittel aus Theater, Literatur und Musik mit Sprachspiel, Parodie und Travestie verbindet. Das Wort bezeichnet außerdem die Kleinkunstbühne, auf der Kabarett gespielt wird, und ein Ensemble, das es spielt. Es geht auf französisch cabaret zurück, das unter anderem eine Gaststätte bezeichnete; in Österreich ist auch die Schreibung Cabaret gebräuchlich.
Nach dem Lexikon von wissen.de entstand das literarische Kabarett 1881 im Pariser „Chat noir“ auf dem Montmartre. Als erstes deutsches Kabarett nennt es das 1901 in Berlin gegründete „Überbrettl“ Ernst von Wolzogens. Das Lexikon unterscheidet drei Ausprägungen: das literarische Kabarett, das um 1919 daraus hervorgegangene politisch-literarische Kabarett und das nach 1945 entstandene politisch-satirische Kabarett. Zu den dort genannten Ensembles der Nachkriegszeit gehören „Die Stachelschweine“ in Berlin und die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“. Aus vielen Ensembles gingen nach derselben Darstellung später Solokünstler hervor.
Vom Varieté unterscheidet sich das Kabarett durch seinen kritischen Bezug auf das Zeitgeschehen. Der Duden beschreibt das Varieté als Theater mit wechselndem, unterhaltendem Programm aus artistischen, akrobatischen, tänzerischen und musikalischen Darbietungen. Eine Revue ist nach demselben Wörterbuch eine musikalische Show mit Gesang, Tanz und Artistik, die oft lose durch eine Rahmenhandlung verbunden ist. Comedy bestimmt der Duden als humoristische, oft als Serie produzierte Sendung; ein satirischer Anspruch gehört dort nicht zur Wortbedeutung. In einer weiteren Bedeutung bezeichnet Kabarett eine drehbare Speiseplatte mit Fächern, die mit der Bühnenform nichts zu tun hat.

