Begriff

Performance Capture (Motion Capture)

Motion Capture, kurz MoCap, bezeichnet die Aufzeichnung von Bewegungsdaten einer darstellenden Person, die anschließend auf eine digitale Figur übertragen werden. Performance Capture erweitert dieses Verfahren: Neben den Körperbewegungen wird auch die Mimik erfasst. Das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel nennt für Motion Capture die Figur Gollum in Peter Jacksons „The Lord of the Rings“ (2001–2003) als Beispiel, für Performance Capture Robert Zemeckis’ Filme „The Polar Express“ (2004) und „Beowulf“ (2007).

Bei optischen Verfahren trägt die Person einen Anzug mit reflektierenden Markern, deren Bewegung im Raum von mehreren Kameras aufgezeichnet wird; für die Mimik werden zusätzlich kleine Marker im Gesicht verwendet. Die Daten müssen anschließend bereinigt und auf das digitale Skelett der Figur übertragen werden. Das Verfahren arbeitet daher nicht vollautomatisch, und die aufgezeichneten Bewegungen können mit von Hand animierten Abschnitten verbunden werden.

Für das Spiel bedeutet Performance Capture, dass die Darbietung einer realen Person Bewegung und Ausdruck einer Figur prägt, deren sichtbare Gestalt erst später entsteht. In einem fiktiven Beispiel spielt eine Schauspielerin im Markeranzug eine Fantasiefigur, deren Körper erst in der Nachbearbeitung gestaltet wird. Ein Double tritt dagegen als Person in tatsächlich verwendeten Aufnahmen an die Stelle einer anderen; ein Greenscreen ermöglicht den Austausch des Hintergrunds, nicht der Figur. Eine digitale Nachbildung, die eine reale Person wiedererkennbar abbildet, ist wiederum ein eigener Vorgang.

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