Begriff

Stimmeinsatz

Der Stimmeinsatz bezeichnet den Augenblick, in dem die Stimmlippen aus einem schwingungslosen Zustand, etwa der Atemstellung, in die Stimmstellung übergehen und zu schwingen beginnen, sowie die Art dieses Beginns. Er leitet die Phonation ein. Für das Deutsche unterscheiden sprecherzieherische Lehrmaterialien drei Arten.

Beim gehauchten Einsatz gehen die Stimmlippen allmählich in die Stimmstellung über; der Luftstrom erzeugt dabei ein hörbares Hauchgeräusch. Im Deutschen entspricht es dem Phonem /h/, etwa am Anfang von „Haus“. Beim weichen Einsatz gelangen die Stimmlippen schnell und ohne vernehmbaren Hauch in die Stimmstellung; er kommt unter anderem bei stimmhaften Konsonanten wie in „Mond“ vor. Beim festen Einsatz, auch Glottisschlageinsatz genannt, beginnt die Schwingung aus einem vollständigen Verschluss der Stimmritze, der mit einem leichten Knacklaut gelöst wird. In der deutschen Standardaussprache steht er vor einem Vokal am Anfang eines Wortes oder einer Silbe, etwa in „Abend“, auch nach einer Vorsilbe wie in „beeilen“; dort markiert er zugleich eine Grenze innerhalb des Wortes.

Fachdarstellungen unterscheiden den festen Einsatz vom harten oder gepressten Einsatz, bei dem die Stimmlippen stark aneinandergepresst sind und ein hoher Luftdruck den Verschluss sprengt. Der Stimmeinsatz betrifft nur den Beginn der Schwingung. Der Stimmansatz meint dagegen die klangliche Formung im Ansatzrohr, also den Bereich der Resonanz; als Stimmsitz wird die dabei empfundene Lage des Klangs bezeichnet.

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