Begriff
MOS (Filmaufnahme)
MOS kennzeichnet beim Film eine Aufnahme, bei der kein Synchronton aufgezeichnet wird. Das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel nennt im Deutschen auch die Bezeichnungen „stumme Kamera“ oder kurz „Stumme“. Die Angabe steht etwa auf der Filmklappe und in den Produktionsberichten. Nach einer Produktionsbroschüre von Kodak wird festgehalten, ob eine Szene als MOS oder mit Synchronton gedreht wird; im Kamerabericht bleibt bei MOS-Aufnahmen das Feld für die Tonnummer leer.
Woher die Abkürzung stammt, ist nicht gesichert; sie wird unterschiedlich aufgelöst. Das Kieler Lexikon gibt eine verbreitete Erklärung um den Regisseur Erich von Stroheim ausdrücklich als Anekdote wieder. Ein Skript zum Filmton des Hamburger Professors Thomas Görne beschreibt „Ohne Ton“ als Entscheidung am Set, dass eine Einstellung erst in der Postproduktion vertont wird. Auch dann kann ein Ton als Orientierung für die Nachbearbeitung mitlaufen.
Eine MOS-Aufnahme bleibt im fertigen Film deshalb nicht stumm: Geräusche, Sprache oder Musik können in der Tongestaltung, dem Sounddesign, hinzukommen. Synchroner O-Ton für die Endfassung entsteht bei ihr nicht. Das Gegenstück ist der Nurton, eine Tonaufnahme ohne Bild. Nach Görne kann eine Szene auch zuerst stumm und anschließend nur im Ton aufgenommen werden.

