Begriff
Laientheater (Amateurtheater)
Laientheater, auch Amateurtheater, bezeichnet Theaterspiel von Menschen, die es nicht beruflich, sondern in ihrer freien Zeit und aus eigenem Interesse betreiben. Der Duden führt Laientheater als gleichbedeutend mit Laienbühne und Laienspiel, das er als „Theaterspiel o. Ä. von Laien, Liebhabern“ bestimmt. Der Ausdruck beschreibt das Verhältnis zum Beruf; eine Aussage über die künstlerische Qualität enthält er nicht.
In Deutschland vertritt der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT), 1892 in Berlin gegründet, nach eigenen Angaben über 17 Mitgliedsverbände rund 2.500 Theaterensembles in allen Bundesländern (Stand Oktober 2026). Sein damaliger Präsident Norbert Radermacher zählte 2015 Kinder- und Jugendtheater, Seniorentheater, Mundart- und Dialekttheater, Schultheater sowie Theater von und mit Menschen mit Behinderung zu den Formen. Gespielt werde unter anderem in Gaststätten, Kirchen, Turnhallen und auf Freilichtbühnen; nicht der Gelderwerb, sondern das persönliche Interesse am Theater bestimme den Zugang.
Den Gegenbegriff bildet das berufsmäßig ausgeübte Theater. Dazu gehört auch das freie Theater, das trotz seiner Unabhängigkeit von öffentlich getragenen Häusern professionell arbeitet, ebenso das Privattheater und das Stadttheater mit seinem Ensemble. Wo Stadt- und Staatstheater nicht professionell Spielende einbeziehen, etwa in Bürgerbühnen, berühren sich beide Bereiche. Die Theaterpädagogik ist aus Schul- und Laientheater hervorgegangen, bildet heute aber ein eigenes Arbeitsfeld.

