Begriff
Tragikomödie
Eine Tragikomödie ist ein Drama, das tragische und komische Elemente miteinander verbindet. Das Wort geht auf den römischen Dichter Plautus zurück. Im Prolog seines Stücks „Amphitruo“ kündigt der Gott Merkur eine „tragicomoedia“ an, weil darin Götter und Könige neben einem Sklaven auftreten.
Als eigenständige dritte Bühnengattung neben Tragödie und Komödie gilt die Tragikomödie seit der Renaissance. Ursprünglich bezeichnete der Begriff eine ernste Handlung mit glücklichem Ausgang; manche Theoretiker sehen das Wesen der Gattung dagegen gerade im tragischen Ende. Häufig bleibt die Katastrophe aus oder wird nur gestreift. Nach dem Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel nutzt die Tragikomödie Mittel der Komödie wie Übertreibung, Wiederholung und Sprachwitz und zeigt oft alltägliche Figuren, die von Unglück bedroht sind. Gerhart Hauptmann gab seinem Stück „Die Ratten“ den Untertitel „Berliner Tragikomödie“.
Die Grenzen zu benachbarten Formen sind fließend. Die Tragödie führt zu schwerwiegendem Scheitern, die Komödie gestaltet Verwicklungen vorwiegend komisch, die Farce spitzt sie derbkomisch zu. Komische und ernste Momente kommen in vielen Stücken vor; von einer Tragikomödie spricht man, wenn ihre Verbindung den Charakter des ganzen Werks bestimmt. Im Film ist die Zuordnung besonders umstritten, weshalb manche Fachlexika solche Werke unter der Komödie behandeln. Im übertragenen Gebrauch, den auch der Duden verzeichnet, kann das Wort reale Vorgänge bezeichnen.

