Begriff

Grammelot

Grammelot bezeichnet eine Bühnensprache aus Lauten, die überwiegend keine wirklichen Wörter bilden, aber Klang, Melodie und Rhythmus einer bestehenden Sprache oder eines Dialekts nachahmen. Zusammen mit Mimik und Gestik entsteht der Eindruck einer verständlichen Rede, ohne dass der Wortlaut verstanden werden muss. Das Wort ist nach dem Wörterbuch des italienischen Instituts Treccani eine scheinfranzösische Bildung und geht vermutlich auf französisch „grommeler“, murmeln oder brummen, zurück.

Die Enzyklopädie Treccani beschreibt Grammelot als Fantasiesprache für den Bühnengebrauch, die Darstellende mit besonderer Sprech- und Nachahmungsgabe pflegen, und nennt Dario Fo als Darsteller, durch dessen Auftritte diese Praxis wieder auflebte. Fo selbst schrieb ihren Ursprung den Komödianten der Commedia dell’arte zu, wie die italienische Zeitung „Il Post“ zu seinem 100. Geburtstag 2026 darstellte. In seinem Stück „Mistero buffo“, das am 1. Oktober 1969 in Sestri Levante Premiere hatte, verband er norditalienische Dialekte mit lautmalerischen, erfundenen Sprachelementen. Zu den bekannten Episoden gehört der Monolog über den Hunger des Zanni.

In einem fiktiven Beispiel spielt eine Darstellerin eine aufgebrachte Marktfrau; ihr Grammelot klingt nach einer südlichen Sprache, kein Satz ist wörtlich übersetzbar, und das Publikum folgt dem Streit über Tonfall und Körper. Pantomime verzichtet dagegen ganz auf gesprochene Sprache. Ein Dialekt ist eine tatsächlich gesprochene Sprachform, während Grammelot Sprachen nur klanglich andeutet. Lazzi bezeichnen in der Commedia dell’arte komische Einlagen, keine Sprechweise.

Wissen entdecken

Weitere Begriffe alphabetisch auswählen oder in der Übersicht suchen.