Begriff
Daily Soap
Eine Daily Soap ist eine Fernsehserie, deren Folgen täglich oder werktäglich zu festen Sendezeiten ausgestrahlt werden und deren Handlung ohne vorab festgelegtes Ende fortgesetzt wird. Der Duden verzeichnet das Wort als Jargonausdruck für eine unterhaltende Serie mit täglich gesendeten Folgen. Sie ist eine Form der Seifenoper, englisch Soap Opera; der Name geht nach dem Duden vermutlich darauf zurück, dass solche Serien anfangs häufig von Waschmittelwerbung finanziert wurden.
Kennzeichnend sind nach dem Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel mehrere miteinander verflochtene Handlungsstränge und eine Fortsetzungsgeschichte, die sich potenziell unbegrenzt weiterführen lässt. Seifenopern können auch wöchentlich laufen; die tägliche Ausstrahlung unterscheidet die Daily Soap. Eine Telenovela erzählt dagegen eine Haupthandlung auf ein vorgesehenes Ende hin, eine Miniserie eine abgeschlossene Geschichte in wenigen Folgen. Ein Beispiel ist „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“: Nach Angaben der Produktionsfirma UFA lief die erste Folge am 11. Mai 1992 bei RTL, neue Folgen werden montags bis freitags gesendet.
Die tägliche Ausstrahlung prägt die Herstellung. Ein Werkstattbericht von Gunther Kirsch aus dem Jahr 2001 beschreibt für diese Serie eine Planung in Blöcken zu fünf Folgen, also einer Sendewoche; Drehbuch, Dreh und Endfertigung verschiedener Blöcke laufen parallel. Gedreht wurde danach überwiegend in Studiodekorationen mit drei Kameras, mit etwa zehn Minuten Probenzeit je Szene und bis zu sechs Regisseuren im Wechsel. Für Darstellende bedeutete das ein hohes Drehpensum bei kurzer Vorbereitung. Die heutigen Abläufe einzelner Produktionen können davon abweichen.

