Begriff
Muster (Dailies)
Muster sind beim Film die Aufnahmen eines Drehtags, die das Team kurz darauf sichtet, um ihre Qualität zu beurteilen. Im Englischen heißen sie dailies oder rushes. Nach dem Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel wird das Material eines Drehtags meist am folgenden Tag von Beteiligten wie Regie, Kamera, Schnitt und Produktion angesehen. Ziel ist es, brauchbare Einstellungen für den Schnitt auszuwählen oder festzulegen, welche Szenen erneut gedreht werden müssen.
Die Bezeichnungen stammen aus der Arbeit mit Filmmaterial. Das Kieler Lexikon beschreibt die Muster als Kopien, die das Kopierwerk meist am Tag nach dem Dreh liefert, mit einer einheitlichen Lichtintensität entwickelt und mit dem Ton synchronisiert; dafür steht auch die seltene Bezeichnung Einlichtmuster. Weil das Material abends rasch ins Labor musste, entstand das englische Wort rushes. Inzwischen erlaubt die Videoausspiegelung eine Bildkontrolle schon während oder kurz nach der Aufnahme; den Ausdruck dailies verwendet das Lexikon auch für elektronisch und auf Video aufgezeichnetes Material.
Ein Take ist ein einzelner Aufnahmedurchgang; die Muster eines Tages umfassen die Takes und Einstellungen, die an diesem Tag entstanden sind. Der Rohschnitt ist dagegen die erste Montage, in der aus diesem Material eine Abfolge entsteht. Script/Continuity hält während des Drehs unter anderem die von der Regie bevorzugten Takes fest; die Sichtung der Muster prüft die Bilder selbst. Zeigen sie Mängel, kann eine Szene erneut aufgenommen werden; nach Abschluss der Dreharbeiten spricht man von einem Nachdreh.

