Begriff
Method Acting
Method Acting bezeichnet Schauspielansätze aus der amerikanischen Weiterentwicklung des Stanislawski-Systems. Im engeren Gebrauch ist die Bezeichnung besonders mit der Lee-Strasberg-Methode verbunden. Unterschiedliche Lehrtraditionen setzen eigene Schwerpunkte; der Ausdruck benennt keine für alle Schulen identische Vorgehensweise.
Diese Weiterentwicklung ging vor allem vom New Yorker Group Theatre aus, das Lee Strasberg 1931 mit Harold Clurman und Cheryl Crawford gründete. Auch Stella Adler und Sanford Meisner gehörten dem Ensemble an; sie entwickelten später eigene Lehrweisen und grenzten sich von Teilen der Arbeit Strasbergs ab. Die Meisner-Technik etwa richtet die Aufmerksamkeit besonders auf das Gegenüber. Ob solche Ansätze im weiteren Sinn zum Method Acting gezählt werden, wird unterschiedlich gehandhabt. Ziel von Strasbergs Ansatz ist eine glaubwürdige Verbindung zwischen Figur, Situation und Verhalten, keine buchstäbliche Verwandlung in eine andere Person.
Dauerhaft außerhalb der Szene in der Rolle zu bleiben oder deren Lebensumstände tatsächlich auszuleben, ist keine notwendige Definition dieser Technik. Die eigene Strasberg-Lehrinstitution grenzt ihre Arbeit von solchen Praktiken ab. Einzelne intensive Vorbereitungen bekannter Darstellender lassen deshalb keine allgemeine Regel für Method Acting erkennen.
Method Acting ist eine künstlerische Arbeitsweise, kein Beleg für die Überlegenheit gegenüber anderen Schauspielansätzen. Auch gesundheitliche Wirkungen lassen sich nicht aus dem Begriff allein ableiten; sie müssten für konkrete Praktiken gesondert untersucht werden.

