Begriff
Theatersport
Theatersport ist ein Wettkampfformat des Improvisationstheaters, in dem Teams von Improvisierenden mit spontan entwickelten Szenen gegeneinander antreten. Die Punkte vergibt je nach Spielform eine Jury oder das Publikum. Der englische Originalname lautet Theatresports. Geprägt hat das Format der englische Autor und Schauspiellehrer Keith Johnstone (1933–2023).
Johnstone arbeitete zunächst am Londoner Royal Court Theatre und unterrichtete in den 1970er-Jahren an der University of Calgary in Kanada. Aus einer dortigen Gruppe ging 1977 die Loose Moose Theatre Company hervor, in der Theatersport nach Angaben des International Theatresports Institute seine ausgearbeitete Form erhielt. Das Institut mit Sitz in Calgary vergibt die Rechte für Aufführungen unter diesem Namen. Auf Deutsch erschienen Johnstones Bücher „Improvisation und Theater“ und „Theaterspiele“ im Berliner Alexander Verlag.
Nach der Beschreibung des Instituts bewertet die Jury Erzählung, Technik und Unterhaltungswert. Sie kann Strafen verhängen, wegen Langeweile verwarnen und ein Team mit einem Hupsignal von der Bühne schicken. Daneben gibt es Spielformen, in denen eine Moderation das Publikum Punkte für seine Lieblingsszenen vergeben lässt.
Theatersport ist damit eine bestimmte Aufführungsform innerhalb des Improvisationstheaters, nicht dessen Oberbegriff. Die Spolin-Theaterspiele gehören zu einer anderen Traditionslinie und dienen vor allem Unterricht und Probe. Ein einzelner Impuls, auf den die Mitspielenden in einer Szene reagieren, heißt Spielangebot.

