Begriff

Kammerspiel

Ein Kammerspiel ist ein Theaterstück mit wenigen Figuren, das für eine Aufführung in kleinerem Rahmen gedacht ist. Im Mittelpunkt stehen die Gespräche und Beziehungen der Figuren, nicht äußere Handlung oder großer Ausstattungsaufwand. Nach dem Duden ist das Wort wohl nach dem Vorbild von Kammermusik gebildet.

Der Name ist mit Max Reinhardt verbunden, der 1906 in Berlin die dem Deutschen Theater angeschlossenen Kammerspiele eröffnete. Im Plural bezeichnet Kammerspiele seither auch ein kleines Theater mit geringem bühnentechnischem Aufwand, das vor allem für solche Stücke bestimmt ist. Der Name einer Spielstätte legt allerdings nicht fest, dass dort ausschließlich Kammerspiele im Sinn der Stückform gezeigt werden.

Im Film bezeichnet Kammerspiel oder Kammerspielfilm psychologische Dramen mit wenigen Figuren, die überwiegend in Innenräumen spielen. Das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel nennt den Drehbuchautor Carl Mayer als wichtigsten Vertreter dieser Gattung im deutschen Stummfilm; zu ihren Höhepunkten zählt es „Der letzte Mann“ (1924) unter der Regie von F. W. Murnau. Kennzeichnend waren eine nahe Kamera, ein innerer Konflikt und die zentrale Bedeutung des Schauspiels. Heute wird der Ausdruck allgemeiner für Filme mit wenigen Figuren und Schauplätzen gebraucht.

Kammerspiel beschreibt Umfang und Konzentration, keine Gattung wie Tragödie oder Komödie. Viele Kammerspielfilme wahren eine enge Einheit von Ort und Zeit; die Regel der drei Einheiten ist dafür aber keine Voraussetzung.

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