Begriff
Theaterpädagogik
Theaterpädagogik bezeichnet eine Disziplin und ein Arbeitsfeld zwischen Theater und Pädagogik, in dem Theaterspiel für Bildung, Vermittlung und soziale Arbeit genutzt wird. Das socialnet Lexikon beschreibt sie als Verbindung künstlerischer, pädagogischer und therapeutischer Methoden des Theaters, die meist auf eine bestimmte Situation ausgerichtet ist; wegen ihres interdisziplinären Charakters lasse sie sich nur schwer eindeutig definieren. Nach demselben Lexikon ist sie aus dem Schul- und Laientheater hervorgegangen und gilt seit den frühen 1980er-Jahren als eigenständiger Bereich pädagogischer Arbeit.
Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen arbeiten nach dieser Darstellung in Schulen, Vereinen und sozialen Einrichtungen, in Stadtteilzentren, Kinder- und Jugendtheaterclubs und in der freien Szene, überwiegend mit Mitwirkenden, die nicht professionell spielen. Auch Theater beschäftigen sie: Der Deutsche Bühnenverein beschreibt den Bereich als Arbeit daran, Theater für verschiedene Zielgruppen erlebbar und zugänglich zu machen, etwa mit Workshops, Projekten und Vermittlungsangeboten. Im Vordergrund steht die Vermittlung von Fähigkeiten, weniger das Ergebnis einer Aufführung.
Ausgebildet wird in Studiengängen, etwa im Masterstudiengang Theaterpädagogik der Universität der Künste Berlin, und in Weiterbildungen. Der Bundesverband Theaterpädagogik (BuT) legt nach dem socialnet Lexikon seit 1999 Rahmenrichtlinien für solche Bildungsgänge fest, an die der Abschluss „Theaterpädagog:in BuT®“ gebunden ist. Verfahren wie das Theater der Unterdrückten oder Lehrstückversuche nach Brecht werden in der Theaterpädagogik genutzt; sie sind einzelne Methoden innerhalb des Feldes. Das Schulfach Darstellendes Spiel ist dagegen an Lehrplan, Lernziele und Benotung gebunden.

