Begriff

Methode der physischen Handlungen

Die Methode der physischen Handlungen bezeichnet einen Probenansatz aus der späten Arbeit Konstantin Stanislawskis. Darstellende erschließen eine Rolle über die Abfolge konkreter, körperlich ausgeführter Handlungen unter den gegebenen Umständen einer Szene. Das Tun dient dabei als Zugang zu Gedanken, Absichten und Gefühlen der Figur.

Stanislawski erprobte den Ansatz in den 1930er-Jahren praktisch, in Inszenierungsproben ebenso wie im Unterricht seines letzten Studios. Lange Gespräche am Tisch traten dabei zurück: Szenen wurden früh im Raum improvisiert, um die Folge von Situationen und Handlungen zu prüfen. Die Bezeichnung setzte sich erst nach seinem Tod durch. Eine ausführliche Schilderung der Probenarbeit stammt von dem Schauspieler Wassili Toporkow. Eng verwandt ist die Aktive Analyse, die Maria Knebel weitergab; ob beide Bezeichnungen dasselbe Verfahren meinen, wird in der Fachliteratur unterschiedlich beurteilt.

In einem fiktiven Beispiel probt eine Darstellerin eine Abschiedsszene zunächst über einfache Vorgänge: Sie packt einen Koffer, sucht ihren Schlüssel und zögert an der Tür. Die genaue Folge dieser Handlungen bildet den Ausgangspunkt der Szene. Der Begriff meint damit eine Arbeitsweise der Probe. Eine Spielhandlung bezeichnet dagegen das einzelne zweckgerichtete Tun einer Figur. Die Methode ist ein Teil des Stanislawski-Systems und nicht mit dessen Gesamtheit gleichzusetzen; sie ist auch kein reines Bewegungstraining.

Wissen entdecken

Weitere Begriffe alphabetisch auswählen oder in der Übersicht suchen.