Begriff
Sitcom
Eine Sitcom ist eine komische Fernsehserie, deren Witz vor allem aus den Situationen entsteht, in die ihre feststehenden Figuren geraten. Das Wort ist eine Kurzform des englischen situation comedy; der Duden übersetzt es mit „Situationskomödie (besonders als Fernsehserie)“. Ein Materialheft der Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt die Sitcom als in der Regel halbstündige Fernsehsendung, das Wahrig-Wissenschaftslexikon als Serie mit wenig Handlung und wenigen Ortswechseln, die von der Komik der Situationen und Gespräche lebt.
Typisch ist die Aufzeichnung im Studio. Nach dem Heft der Bundeszentrale werden Sitcoms meist in Filmstudios und in der Regel vor Studiopublikum gedreht. Die zum Publikum offene Seite eines Raums und die Zimmerdecke sind in der Regel nicht im Bild, sodass der Eindruck einer Guckkastenbühne entsteht. Die Handlung beschränkt sich auf wenige wiederkehrende Schauplätze; selbst Außenorte werden oft als Kulissen nachgebaut. Das hörbare Lachen des Publikums und ein Spiel, das sich an dieses Publikum richtet, verstärken den Eindruck eines Bühnenstücks. Die einzelnen Folgen laufen nach dem Heft nach einem festen Schema ab: Auf die Einführung folgen Verwirrung und ein Dilemma, dessen Lösung die Ausgangslage wiederherstellt; die Figuren verändern sich dabei kaum.
Als erste erfolgreiche deutsche Sitcom gilt nach demselben Heft „Ein Herz und eine Seele“ aus dem Jahr 1973. Von der Daily Soap unterscheidet sich die Sitcom durch weitgehend abgeschlossene Folgen, während die Daily Soap verflochtene Handlungsstränge fortlaufend weitererzählt. Mit der Komödie teilt sie die komischen Mittel, ist aber an die serielle Form gebunden. Für Darstellende verbindet die Arbeit Bühne und Fernsehen: Gespielt wird für die Kameras und zugleich für ein anwesendes Publikum.

