Begriff
Showrunner
Ein Showrunner ist die Person, die bei einer Fernsehserie die kreative und die geschäftliche Verantwortung zugleich trägt. Der Duden erklärt das aus dem Englischen übernommene Wort knapp als „Hauptverantwortlicher für eine [TV-]Serie“. Nach einem Aufsatz des Medienwissenschaftlers Florian Krauß ist die Bezeichnung in der US-amerikanischen Fernsehbranche seit den 1990er-Jahren verbreitet.
Krauß beschreibt den Showrunner als Person, die in der Regel als Headautor und Executive Producer das Autorenteam einer Serie leitet, den sogenannten Writers’ Room. Sie ist auch an späteren Produktionsphasen beteiligt, um die inhaltliche und gestalterische Einheit der Folgen zu sichern; häufig stammt von ihr auch die Grundidee der Serie. In Branchendiskussionen gilt der Showrunner nach Krauß als „Hüter der Vision“; Beteiligte betonen dies besonders für Serien, deren Folgen von verschiedenen Regisseurinnen und Regisseuren inszeniert werden.
Ein Headautor oder eine Headautorin leitet dagegen vor allem die Arbeit an den Drehbüchern; das Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel beschreibt den Headwriter bei Soaps als leitenden Autor und Koordinator der Teilhandlungen. Eine Produktionsfirma ist das Unternehmen, das eine Serie herstellt; Showrunner bezeichnet eine Aufgabe innerhalb eines solchen Projekts. Nach Krauß gelten Autorinnen und Autoren in der europäischen Film- und Fernsehproduktion gegenüber der Regie traditionell als nachrangig; zudem hätten in Deutschland die Redaktionen der Sender großen Einfluss. Krauß stellte 2018 fest, dass Showrunner-Modelle hier nur in Ansätzen praktiziert werden, am ehesten bei Miniserien mit Eventcharakter.

