Begriff
Schauspielgesang
Schauspielgesang bezeichnet die Gesangsausbildung für Schauspielende und das Singen als Teil der schauspielerischen Darstellung. Im Mittelpunkt steht neben der Gesangstechnik die darstellerische Interpretation von Liedern, Songs und Chansons in szenischen Situationen. Die Hamburger Hochschule für Musik und Theater bezeichnet ein Modul ihrer musikalischen Ausbildung in den Modulbeschreibungen (Stand September 2012) als „Schauspiel-Gesang 1“; andere Hochschulen sprechen von Gesang, Liedgestaltung oder gestischem Singen.
Die Lehrpläne verbinden Stimmtechnik und Rolle. Die Hochschule für Musik und Theater Rostock nennt die Interpretation von Liedern und Songs „im Spannungsfeld zwischen Musik und Text“ und die Liedgestaltung in szenischen Situationen; im Gesangsunterricht sollen zugleich Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprech- und Singstimme bewusst werden. Im Münchner Schauspielstudiengang heißt das Fach „Gestisches Singen“: Text und Sprache verbinden sich mit der Musik, im Zentrum steht nach dem Modulhandbuch von 2015 die Haltung in der Situation. In Hamburg werden vertonte Texte mit dem gleichzeitigen Training eines schauspielerischen Gestus erarbeitet; ein Liederprogramm kann dort in das Vorsprechrepertoire einfließen. Eine Ausschreibung der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst für 2025/26 nennt Stilistiken wie Pop, Rock, Soul, Jazz und Chanson sowie die Förderung gesanglicher Laien.
Die Stimmbildung schult Sprech- und Singstimme allgemein; der Schauspielgesang richtet diese Schulung auf das Singen in der Rolle. In Musicalstudiengängen ist Gesang dagegen ein künstlerisches Hauptfach, an der Hochschule Osnabrück etwa als „Künstlerisches Hauptfach Gesang (Musical)“. Das gestische Sprechen bezeichnet die entsprechende Arbeit am gesprochenen Text. Der Begriff Schauspielgesang benennt einen Ausbildungsbereich, keinen eigenen Gesangsstil.

