Begriff
Proxemik
Proxemik bezeichnet im Schauspiel die Bedeutung räumlicher Beziehungen. Dazu gehören Nähe, Abstand und Positionen zwischen Figuren sowie ihr Verhältnis zu Gegenständen und zum Spielraum. Eine räumliche Anordnung kann beispielsweise Vertrautheit, Zurückhaltung oder ein Machtverhältnis erkennbar machen.
In einem fiktiven Beispiel sitzen zwei Figuren nebeneinander auf einer Bank. Nach einer Bemerkung rückt eine von ihnen ans andere Ende. Der größere Abstand kann eine Veränderung ihrer Beziehung sichtbar machen. Was er bedeutet, hängt von Figuren, Szene und kulturellem Zusammenhang ab. Bestimmte Zentimeterwerte besitzen deshalb keine überall gültige schauspielerische Bedeutung.
Blocking bezeichnet die räumliche Anordnung und die Bewegungsabläufe; Proxemik richtet den Blick darauf, welche Beziehungen diese Anordnung vermittelt. Eine Figurenkonstellation beschreibt dagegen das Beziehungsgefüge im Stück, auch wenn die betreffenden Figuren gerade nicht zusammen auftreten. Räumliche Nähe und persönliche Verbundenheit sind daher nicht automatisch dasselbe.

