Begriff

Eutonie

Eutonie, nach ihrer Begründerin auch Eutonie Gerda Alexander genannt, ist eine körperorientierte Übungs- und Lernweise, die mit der Wahrnehmung des eigenen Körpers und dem Ausgleich von Spannung arbeitet. Der Name verbindet die griechischen Wörter eu für gut, wohl oder angemessen und tonos für Spannung. Grundlage der Arbeit ist nach Darstellung des Deutschen Berufsverbands für Eutonie Gerda Alexander die Anpassung des Tonus, also der Spannung von Muskulatur und Gewebe.

Gerda Alexander wurde 1908 in Wuppertal geboren und studierte Rhythmik und Bewegungserziehung bei Otto Blensdorf, einem Schüler von Émile Jaques-Dalcroze. 1940 eröffnete sie in Kopenhagen eine eigene Schule, an der sie bis 1987 ausbildete; den Namen Eutonie gab sie ihrer Arbeitsweise 1957. Sie starb 1994 in Wuppertal. Methodische Grundsätze sind nach dem Berufsverband unter anderem Berührung, Kontakt und Transport, womit die Übertragung von Kraft durch das Skelett gemeint ist. Unterrichtet wird in Gruppen und in Einzelstunden.

In der Schauspielausbildung erscheint Eutonie im Bewegungsunterricht. Die Hamburger Hochschule für Musik und Theater nennt in ihren Modulbeschreibungen (Stand September 2012) die Verbesserung der Körperwahrnehmung durch Eutonie, insbesondere im Austausch mit Partnerinnen und Partnern. Trotz des gleichen Nachnamens ihres Begründers ist die Alexander-Technik eine andere Methode: Sie geht auf Frederick Matthias Alexander zurück und arbeitet mit eigenen Begriffen wie der Primärsteuerung. Auch die Feldenkrais-Methode hat einen anderen Begründer und andere Unterrichtsformen. Aussagen über gesundheitliche Wirkungen gehören nicht zu dieser Begriffsbestimmung.

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