Begriff

Rolle (Schauspiel)

Eine Rolle bezeichnet im Schauspiel die Aufgabe, eine bestimmte Figur eines Theaterstücks oder Films darzustellen. Dazu gehören der Text, den diese Figur spricht, sowie ihre im Werk angelegten Handlungen und Beziehungen. Die Bezeichnung geht auf den ursprünglich auf Schriftrollen festgehaltenen Probentext zurück; das Wort stammt von mittellateinisch „rotula“.

Rolle und Figur hängen eng zusammen, meinen aber nicht dasselbe. Die Figur ist das dargestellte fiktive Wesen innerhalb der Geschichte, mit eigenen Zielen, Beziehungen und Erfahrungen. Die Rolle beschreibt die Seite der Darstellung: Sie ist in Stück oder Drehbuch als Vorgabe angelegt und wird im Spiel ausgefüllt, durch die Darstellenden ebenso wie durch Regie und weitere Gestaltung. Deshalb sagt man, jemand übernehme oder spiele eine Rolle, während man von einer Figur erzählt, was sie will oder tut. Im Alltag werden beide Wörter dennoch oft gleichbedeutend gebraucht.

Nach Umfang und Gewicht unterscheidet man etwa Haupt- und Nebenrollen; eine stumme Rolle hat keinen Sprechtext. Verkörpert eine Person mehrere Figuren derselben Produktion, spricht man von einer Doppel- oder Mehrfachrolle. Ein Rollenfach fasst dagegen ähnliche Rollen über verschiedene Stücke hinweg zusammen. Bei einer Doppelbesetzung wird dieselbe Rolle zwei Personen übertragen.

Von der Rolle im Schauspiel ist die soziale Rolle zu unterscheiden, also das Verhalten, das in einer gesellschaftlichen Position erwartet wird. Auch Figuren können innerhalb einer Geschichte solche Rollen einnehmen, etwa als Mutter, Vorgesetzte oder Gast, und dabei in Rollenkonflikte geraten.

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