Begriff
Eiserner Vorhang (Theater)
Der eiserne Vorhang ist eine bauliche Brandschutzeinrichtung im Theater. Er kann die Bühnenöffnung, also die Öffnung in der Trennwand zwischen Hauptbühne und Zuschauerraum, dicht verschließen. In den Vorschriften heißt er Schutzvorhang. Der Duden schreibt den Theaterbegriff klein und unterscheidet ihn vom historischen politischen Begriff Eiserner Vorhang für die Grenze zwischen West- und Osteuropa.
In Deutschland ergeben sich die Anforderungen aus den Versammlungsstättenverordnungen der Länder; als Vorlage dient die Muster-Versammlungsstättenverordnung der Bauministerkonferenz. Nach ihrer Fassung vom Juni 2005, zuletzt geändert im Juli 2014, ist der Schutzvorhang für Großbühnen vorgeschrieben, etwa für Bühnen mit Unterbühne oder mit mehr als 200 Quadratmetern Szenenfläche hinter der Bühnenöffnung. Er besteht aus nichtbrennbarem Material und muss durch sein Eigengewicht schließen können. Nach jeder Vorstellung ist er herabzulassen und in arbeitsfreien Zeiten geschlossen zu halten. Maßgeblich ist die jeweilige Landesverordnung.
Historisch steht die Einrichtung im Zusammenhang mit Theaterbränden. Nach dem Brand des Wiener Ringtheaters am 8. Dezember 1881 wurde in Österreich 1882 ein Gesetz über die Einrichtung der Theater und Sicherheitsvorkehrungen erlassen, das unter anderem den eisernen Vorhang betraf.
Vom Hauptvorhang, der zu Beginn und Ende einer Vorstellung oder zwischen Akten geöffnet und geschlossen wird, unterscheidet sich der Schutzvorhang durch seine Aufgabe: Er dient dem Brandschutz, nicht der Gestaltung einer Aufführung. Für das Publikum kann er dennoch sichtbar sein. An der Wiener Staatsoper wird er seit 1998 in einer Ausstellungsreihe von museum in progress mit wechselnden Kunstwerken überdeckt; zur Spielzeit 2026/27 ist es ein Werk von Herbert Brandl.

