Begriff
Coverage
Coverage bezeichnet beim Film das Material, das entsteht, wenn eine Szene aus verschiedenen Kamerapositionen „abgedeckt“ wird. Nach dem Lexikon der Filmbegriffe der Universität Kiel soll am Ende genügend gutes Material für den Schnitt vorliegen, das möglichst viele Gestaltungsmöglichkeiten offenlässt. Das englische Wort bedeutet wörtlich Abdeckung.
Grundlage ist die Auflösung einer Szene, also die Frage, wie eine Handlungseinheit im Raum durch die Kamera in einzelne Einstellungen zerlegt wird. Die Filmbildung der Bundeszentrale für politische Bildung hält fest, dass später nur montiert werden kann, was gedreht wurde. Zur Coverage einer Gesprächsszene können etwa eine Gesamtaufnahme, Einzelaufnahmen der Beteiligten im Schuss-Gegenschuss und Detailbilder gehören. Das Kieler Lexikon nennt für die räumliche Ordnung dieser Aufnahmen die 180-Grad-Regel.
Coverage ist ein Sammelbegriff für das Material einer Szene, kein einzelner Aufnahmetyp. Ein Master Shot erfasst die Szene im Zusammenhang und kann dazugehören; nach dem Kieler Lexikon werden Szenen heute allerdings oft schon beim Dreh in einzelne Einstellungen aufgelöst, ohne zuvor eine Masteraufnahme zu drehen. Eine Plansequenz verzichtet dagegen bewusst auf Schnitte innerhalb der Szene. Für Darstellende bedeutet umfangreiche Coverage, dass dieselbe Spielhandlung aus mehreren Richtungen wiederholt wird; die Abstimmung von Bewegungen und Requisiten zwischen den Aufnahmen betrifft die Continuity.
In der Drehbuchbranche hat das Wort eine zweite Bedeutung: Das Kieler Lexikon bezeichnet damit auch den schriftlichen Bericht, in dem eine Lektorin oder ein Lektor ein Drehbuch zusammenfasst und eine Empfehlung abgibt.

