Begriff

Tourneetheater

Ein Tourneetheater ist ein Theaterunternehmen, das seine Produktionen nicht in einem eigenen Haus, sondern als Gastspiele an wechselnden Orten zeigt. Der Deutsche Bühnenverein zählt „Tourneetheater- sowie Gastspielproduzenten ohne festes Haus“ zur deutschen Theaterlandschaft. Verwandte Bezeichnungen sind Tourneebühne und Wandertheater; in der Forschung ist auch vom mobilen Theater die Rede.

Gespielt wird vor allem dort, wo kein eigenes Ensemble besteht. Nach der theaterwissenschaftlichen Dissertation von Dorothea Streng (Ludwig-Maximilians-Universität München, 2022) buchen Städte und Gemeinden ohne eigenes Ensemble Vorstellungen bei Tourneetheaterunternehmen und Landestheatern. Das Programm vor Ort stellt der jeweilige Gastspielveranstalter zusammen, etwa die Kulturverwaltung einer Stadt. Viele dieser Kommunen sind in der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen (INTHEGA) organisiert, die nach eigenen Angaben mehr als 400 Kommunen im deutschsprachigen Raum vertritt.

Tourneetheater sind überwiegend privatwirtschaftlich organisiert. Ein festes Ensemble gehört meist nicht dazu; die Besetzung wird häufig für eine einzelne Produktion zusammengestellt, die anschließend eine Folge von Stationen bereist. Wechselnde Aufführungsorte beschreibt der Bühnenverein als Alltag von Schauspielerinnen und Schauspielern besonders im Tourneetheater. Landesbühnen zeigen ebenfalls viele Gastspiele, sind aber öffentlich getragen und haben einen festen Sitz. Ein einzelnes Gastspiel kann auch ein ortsfestes Theater geben; Tourneetheater bezeichnet dagegen eine Betriebsform, die auf Gastspiele ausgerichtet ist.

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