Begriff

Sprachregister

Ein Sprachregister ist eine Ausdrucksweise, die für bestimmte Situationen oder Kommunikationsbereiche charakteristisch ist. Der Duden verzeichnet diese sprachwissenschaftliche Bedeutung von Register als „Sprachstil, der für bestimmte Situationen charakteristisch ist“. Gemeint ist nicht das Stimmregister, ein Tonbereich der menschlichen Stimme.

Register werden nach den Umständen einer Äußerung beschrieben. Ein Arbeitsglossar einer Forschergruppe am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim nennt dafür Handlungszusammenhang, Kommunikationsgegenstand, Rollenbeziehungen und Medium. Kennzeichen eines Registers können auf verschiedenen sprachlichen Ebenen liegen; das Glossar nennt als Beispiele das leise Sprechen in der Kirche und Flüche auf dem Bauplatz. Dieselbe Wendung kann zudem je nach Situation verschieden wirken: Was in einem Umfeld als umgangssprachlich gilt, erscheint in einem anderen als derb. Teile der Forschung beschränken die Beschreibung auf die Spanne von informell bis formell und verwenden Register dann gleichbedeutend mit Sprachlage.

Ein Dialekt ist regional geprägt, ein Soziolekt an eine soziale Gruppe gebunden und ein Idiolekt die Sprache einer einzelnen Person. Das Register ergibt sich dagegen aus der jeweiligen Situation; ein Mensch verfügt gewöhnlich über mehrere. In einem fiktiven Beispiel spricht eine Figur mit ihrer Schwester knapp und vertraut, vor einer Behörde förmlich und in vollständigen Sätzen. Der Wechsel zeigt eine veränderte Situation und Beziehung, keine andere Figur. Er kann mit einem anderen Status zwischen Figuren einhergehen, bezeichnet aber nicht dasselbe.

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