Begriff
Nurton
Nurton ist eine Tonaufnahme ohne gleichzeitige Bildaufnahme bei Dreharbeiten. Ein Skript zum Filmton des Hamburger Professors Thomas Görne bezeichnet ihn als Gegenteil der Bildaufnahme ohne Ton. Weil er am Drehort entsteht, gehört er zum O-Ton im weiteren Sinn.
Nach dem Berufsbild Originaltonmeister*in der Berufsvereinigung Filmton (BVFT) werden vor allem dramaturgisch bedeutsame Geräusche als Nurtöne aufgenommen, besonders wenn sie sich später nur schwer erzeugen lassen. Genannt werden Dialog-Nachsprecher, Komparsenstimmen, Töne besonderer Requisiten und einzigartige Atmosphären eines Ortes. Welche Nurtöne nötig sind, wird bereits in der Vorbereitung besprochen.
Für Darstellende kann das bedeuten, Text oder Teile einer Szene unmittelbar nach der Aufnahme noch einmal allein für den Ton zu spielen. Görne beschreibt, dass dies vorab mit Regieassistenz, Regie und Schauspielenden geklärt wird; Szene, Einstellung und Nurtonnummer werden angesagt und im Drehbericht notiert. Als Beispiel nennt das Skript eine Figur, die ein Glas nimmt: Ist das Geräusch im Ton der Tonangel zu leise, wird die Szene als Nurton mit dicht geführtem Mikrofon wiederholt und der Ton später synchron an das Bild angelegt.
Die Nachsynchronisation entsteht dagegen nach den Dreharbeiten im Studio, passend zum gedrehten Bild. Atmosphären und Geräusche werden später im Sounddesign mit weiterem Material verbunden. MOS bezeichnet den umgekehrten Fall einer Bildaufnahme ohne Synchronton.

